Am Rijksweg in Kruiningen gibt es ein besonderes Denkmal: eine Flutmarke, die an den höchsten Wasserstand während der Flutkatastrophe von 1953 erinnert. Diese Markierung zeigt an, wie hoch das Wasser hier gestiegen ist, und ist eine greifbare Erinnerung an eines der einschneidendsten Ereignisse in der Geschichte Zeelands.
In der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 1953 verursachte ein schwerer Nordweststurm große Probleme an der Küste von Zeeland. An mehreren Stellen brachen die Deiche, so dass das Wasser mit ungeheurer Wucht ins Land strömte. Am Sonntagnachmittag gab es eine weitere Flut, die so genannte 2. Flut. Dadurch stieg das Wasser im Polder von Kruiningen noch höher als in der Nacht zuvor. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kruiningen, Rinus Le Clerq, berichtete später, dass der durchschnittliche Wasserstand im Polder an diesem Nachmittag etwa 3,66 Meter über NAP lag.
Die ursprüngliche Hochwassermarke war an der Fassade eines Geschäftshauses angebracht, das bis 2010 hier stand. Der damalige Eigentümer des Gebäudes, der Fotograf Adri W. Verschoore, ließ die Markierung anbringen, um den höchsten Wasserstand von Sonntagnachmittag, dem 1. Februar 1953, für die Nachwelt festzuhalten. Als das Ladengebäude abgerissen wurde, um Platz für den heutigen Komplex De Uitkijk zu schaffen, wurde die Höhe der Hochwassermarke gemessen (= 3,80m über der Straßenmitte, die bei 0,20cm liegt – NAP) und es wurde beschlossen, die alte Marke in das Watersnoodmuseum in Ouwerkerk zu bringen, mit dem Versprechen, dass sie in der einen oder anderen Form zurückkehren würde. Während des Neubaus des jetzigen Wohnkomplexes wurde eine völlig neue Flutmarke in genau derselben Höhe angebracht. So bleibt die Erinnerung an die Flutkatastrophe von 1953 für alle, die vorbeikommen, sichtbar.
Die Folgen der Katastrophe waren schwerwiegend. In Kruiningen und den umliegenden Poldern starben 58 Menschen. Viele Bewohner wurden von dem schnell ansteigenden Wasser völlig überrumpelt. An die Opfer erinnert das Denkmal von Jan Wolkers, das 1957 im Garten der Johanneskerk in der Burgemeester Elenbaasstraat aufgestellt wurde. Seit 2013 sind die Namen der Opfer von Kruiningen auf dem Sockel des Denkmals eingraviert
Der Fotograf Adri W. Verschoore, der einst das Flutzeichen in Auftrag gab, spielte auch auf andere Weise eine wichtige Rolle bei der Bewahrung dieser Geschichte. Er hielt die Ereignisse rund um die Katastrophe in Fotos fest und hinterließ eine umfangreiche Sammlung von Bildern. Heute sind diese Fotos eine wertvolle Erinnerung an die Tage, als das Wasser das Leben in Kruiningen dramatisch veränderte. Sie zeigen, wie groß die Auswirkungen der Katastrophe waren, aber auch, wie stark die Gemeinschaft danach weiterlebte.